Halbierungsinitiative reduziert Untertitelung und Übersetzung in Gebärdensprache

Die Halbierungsinitiative beschäftigt derzeit die Schweiz.

Ursus & Nadeschkin machen in ihrem neuen Kurzfilm für den Schweizerischen Gehörlosenbund SGB-FSS sichtbar, welche Folgen ein massiv geschwächtes SRG‑Budget für gehörlose und hörbehinderte Menschen hätte. Ohne Untertitel und Gebärdensprache verlieren bis zu 30’000 gehörlose sowie über eine Million hörbehinderte Menschen den Zugang zu zentralen Informationen. Barrierefreie Medien sind keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Die SRG‑Initiative würde genau diese Grundlagen gefährden.

Auch Pro Audito schlägt Alarm. Die Organisation sagt entschieden Nein zur Halbierungsinitiative, weil Untertitel für schwerhörige Menschen unverzichtbar sind. Die SRG hat ihre Untertitelungsquote in den vergangenen Jahren auf 84 Prozent erhöht, während viele Privatsender kaum barrierefreie Angebote bereitstellen. Wird das SRG‑Budget halbiert, geraten gerade diese Leistungen zuerst unter Druck – mit direkten Auswirkungen auf Inklusion und Medienzugang.

Beide Dachverbände machen deutlich: Die Halbierungsinitiative ist weit mehr als eine Sparübung. Sie bedroht den Zugang zu Informationen, schwächt die Vielfalt und trifft besonders jene, die auf barrierefreie Medien angewiesen sind.

Medienmitteilung Schweizerischer Gehörlosenbund SGB-FSS

Medienmitteilung Pro Audito Schweiz

Bild: Schweizerischer Gehörlosenbund SGB-FSS