Sinn und und Unsinn der Technik
Ich sinniere (studiere, rätsle, grüble) wieder einmal über Sinn und Unsinn. Innerhalb kurzer Zeit erlebe ich ein high-light und ein "also-doch-unmöglich"!
Das high light: Das historische Museum Bern hat super audio guides,mit denen ich durch die Einstein-Ausstellung wandere und eine Führung aus dem Kopfhörer bekomme. Ich verstehe j e d e s W o r t!
Das "also-doch-unmöglich": Ich lasse ein Theaterstück über mich ergehen. Der Geschäftstellenleiter der iggh und ein Techniker haben mit viel Aufwand eine Anlage installiert und die SchauspielerInnen tragen - völlig neu für sie, was man ihnen auch anmerkt - Bügelmikrophone. Die Ansage - zienmlich emotionslos vorgetragen - ist recht gut verständlich. Ich bgeinne schon zu jubeln. Und mich zu freuen: endlich seit Jahren wieder einmal eine Theateraufführung, die ich auch akustisch verstehe!
Aber dann geht's los: sich überschlagende Stimmen, verhaspelte Sätze, grosse Lautstärkenunterschiede, die sich zu potenzieren scheinen, da das Mikrophon dem Mund der Schauspieler so nahe ist, ... Kurz: eine Katastrophe! Keine Chance für mich, die 70-80% zu verstehen, die nötig wären, um daraus ein sinnvolles Ganzes zu machen. Also wie gehabt: raten und kombinieren, um aus dem dem Zusammenhang, den Gesten, dem Ablauf, dem Vergleichen mit ähnlichen Geschichten etwas zusammen zu setzen, das zwar kreativ sein kann, selten aber wirklich übereinstimmt mit dem Stück, wie es der Autor und der Regisseur vermitteln wollten.
Eine Umfrage bei andern Hörbehinderten zeigt: Es gibt da ein paar, die zufrieden waren. Hören ist etwas sehr Individuelles. Da müsste jeder seine eigene Technik haben!
Ich sinniere darüber, wie sinnvoll da und dort der technische Aufwand ist, der mir und vielen andern hörbehinderten Menschen das Leben erleichtern und verschönern soll ...
Erich |